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Das sind wir

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WAS GESCHAH NACHDEM BABSIE IHREN KEN...?

Regie: Sophie Resch

 

Premiere: 17. März, 20:00 Uhr

Weitere Vorstellungen:
20., 21., 24., 27., 28. März

07., 10., 11., 14., 17., 18., 21., 24., 25., 28. April

05., 08., 09. Mai 2026 | jeweils 20:00 Uhr
DAS OFF THEATER | Kirchengasse 41, 1070 Wien

Babsie ist Influencerin und wohnt im siebten Wiener Gemeindebezirk. Gemeinsam mit ihrem Partner Nice-Ken betreibt sie den pop-feministischen Insta-Kanal „Babsieland“ – mit Erfolg. In Babsies Bubble scheint der Kampf für Frauenrechte bereits gewonnen. Hier im Bezirk können die Frauen alles. Mehr noch, dank Babsie haben sie sogar das Sagen. Das Idyll kippt, als Babsie ein Buch von Elfriede Jelinek in die Hände fällt. Offenbar gibt es Ecken in dieser Stadt, in denen die Geschlechter noch nicht gleichberechtigt sind. Babsie verlässt Nice-Ken sowie den siebten Bezirk und ihren Social-Media-Kanäle und begibt sich dokumentiert mit „Babsieland“ aufihre Mission in einem Wiener Randbezirk in Echtzeit. An der Kassa des Lebensmitteldiscounters Hof-her trifft ihr pop-feministischer Idealismus erstmals auf Schichtpläne, Genderpaygap, Mehrfachbelastung und soziale Ungleichheit.

Regiestatement:

 

Erstmals wird ein Mash-up des bernhard.ensemble vom Ensemblemitglied Sophie Resch, Schauspielerin und Regisseurin (Sie gewann 2024 den Nestroy Spezialpreis mit ihrem Regiedebüt „Oskar Werner – Kompromisslos in die Wiedergeburt“) in Szene gesetzt. Für WAS GESCHAH, NACHDEM BABSIE IHREN KEN…? ließ sich Sophie Resch von Texten von Henrik Ibsen, Elfriede Jelinek „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte“ und der Filmregisseurin Greta Gerwigs Kinofilm „Barbie“ inspirieren: „Ausgangspunkt der Arbeit ist die Beobachtung, dass in diesen vielen künstlerischen Auseinandersetzungen mit Frauen und dem Frausein offenbar die Liebe abhandengekommen ist. Gibt es für sie überhaupt noch Platz in einer konsum- und kapitalistisch geprägten Gesellschaft? Und was hat das alles mit Feminismus zu tun?

Bereits in den 1970er-Jahren legte Elfriede Jelinek die Widersprüche feministischer Versprechen offen. Unser Stück greift diese Diagnose auf und verschiebt sie in die Gegenwart: Unter dem Deckmantel von Wertschätzung und Gleichberechtigung wird das Weibliche heute idealisiert, angeeignet und vermarktet. Während Gendergerechtigkeit proklamiert und äußerlich gelebt wird, bleiben die Schlüsselpositionen weiterhin männlich dominiert. Feminismus wird zur Ware, bis hin zur paradoxen Vorstellung eines feministischen Blockbusters, das ökonomisch floriert. Dass ein eigener Verdienst eine Frau zur Gleichbehandlung und Unabhängigkeit führen wird, scheint wie ein Märchen aus einer fernen Zeit.

Aus der Perspektive einer pop-feministischen Influencerin blickt das Stück auf Feminismus und Machtverhältnisse der Gegenwart. Es zeigt die Widersprüchlichkeit des Frau-Seins in einer Gesellschaft, in der Liebe zunehmend verunmöglicht wird: als vermeintliche Schwäche der Feministin, als unbezahlte Care-Arbeit der Mutter oder als Geschäftsmodell, das Selbstliebe und Körperoptimierung kapitalisiert. Zwischen Selbstoptimierung, Femwashing und männlicher Selbstintoxikation kämpft Babsie um die Gleichstellung aller FLINTAs.“

atum:


Regie: Sophie Resch
Dramaturgie: Sophie Resch & Ernst Kurt Weigel
Ausstattung: Eva Grün & Ernst Kurt Weigel
Kostüme: Julia Trybula
Komposition/Soundscape: Bernhard Fleischmann

Choreografie: Leonie Wahl

Dramaturgische Beratung:  Miriam V. Lesch
Performance: Yvonne Brandstetter, Ylva Maj, Christian Kohlhofer, Rina Juniku,Leonie Wahl, Ernst Kurt Weigel
Regieassistenz: Alexandra Wimmer

Ausstattungsmitarbeit: Alex Grüner
Lichtdesign / Technik: Max Smirzitz & Andreas Schmidt

Produktionsleitung: Monika Bangert
Presse: SKYunlimited, Alina Groer
Social Media/ künstl.Assistenz: Nadine-Melanie Hack

Kritiken (Auswahl)

"Was geschah nachdem Babsie ihren Ken...?" Regie: Sophie Resch

"...Im Mash-Up "Was geschah nachdem Babsie ihren Ken...?" werden auch andere Quellen zitiert, etwa Bell Hooks. Es kommt aber in der äußerst schwungvollen Inszeniereung von Sophie Resch nicht zu einer Überfrachtung mit Theorie: Man macht sich im zuckerlrosa ausstraffierten Off-Theater einen hinreißenden Spaß daraus, die Barbies zu karikieren - und die Kens." 4 1/2 Sterne

(Kurier, Thomas Trenkler, 18.3.2026)

"...Garniert wird dieser 110-minütige, pausenlose Abend von schrägen Szenen wie etwa einer Oberschenkel-Geburt à la Florentina Holzinger oder einem Blick in den verrauchten Pausenraum, wo Männer nackte Barbies als Penis-Ersatz zur Masturbation verwenden (die Inszenierung ist ab 16 Jahren empfohlen) und anschließend auf die harte Tour von der zur Gleichbehandlungsbeauftragten aufgestiegenen Babsie lernen müssen, dass "Nein" auch wirklich "Nein" heißt. Was heißt das alles - nach der parallel laufenden, stark verkopften "Nora"-Dekonstruktion von Sivan Ben Yishai im Schauspielhaus Wien - für die Entscheidung, ob man sich diesem Abend aussetzen soll? Die Antwort ist ein klares: Ja! Soll man."

(APA, Kleine Zeitung & Salzburger Nachrichten, Sonja Harter, 18.3.2026)

"...Die Infiltrierung mit Jelineks fast fünfzig Jahre altem Stück aber gibt der Duracell-Realität richtig Stoff. Das passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge."

(derStandard, Margarete Affenzeller, 19.3.2026)

"...entfaltet die Inszenierung von Sophie Resch (...) ein beachtlichen Potential. Reschs "Babsie" funktioniert vor allem als notwendige, wenn auch etwas späte Abrechnung mit Greta Gerwigs oberflächlichem "Mattel"- Werbefilm."

(Die Presse, Benjamin Stolz, 18.3.2026)

 

„…inhaltlich-habituell und stilistisch weit entfernt von vielen aus aktivistischen Tunneln rufenden Arbeiten, aufwändig recherchiert, thematisch hoch komplex, weil kaum eine mögliche Perspektive vernachlässigend, brillant gespielt und dramaturgisch komponiert und mit vielen choreografierten Details durchsetzt(…)
Ungemein witzig und dann wieder ziemlich bewegend, prall gefüllt mit Perspektiven und Aspekten und dynamisch inszeniert. Das Bernhard-Ensemble bleibt sich in dieser Hinsicht auch unter der Gast-Regisseurin Sophie Resch (selbst Ensemble-Mitglied und 2024 mit dem Nestroy Spezialpreis für ihr Regiedebüt „Oskar Werner – Kompromisslos in die Wiedergeburt“ geehrt), treu. Das Stück stellt psychische Landschaften aus und lässt sie aufeinanderprallen, seziert sie, lässt durch die Textur der argumentativen Oberflächen das Eigentliche scheinen: Tief vergrabene Sehnsüchte, erlittene Verletzungen und Verluste, Ängste und vor allem aber den Wunsch nach weiblicher Selbstbestimmung…“

(Online Merker- die internationale Kulturplattform, Rando Hannemann, 19.3.2026)

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